Ein Alarmglas ist ein Glas, das bei Zerstörung eine Alarmanlage auslöst. Zu diesem Zweck ist darin eine "Alarmspinne" eingelassen, ein Drahtgeflecht (in Verbundsicherheitsglas) oder eine Alarm-Sicherheitsfolie bei einem Glasdurchbruchmelder. Die Alarmspinne ist also ein auf ein Sicherheitsglas aufgebrachtes oder eingearbeitetes Netz aus elektrischen Leitern, die beim Bruch des Glases unterbrochen werden und so eine Alarmanlage auslösen sollen.
Eine Alarmglasscheibe ist eine Scheibe aus Verbund-Sicherheitsglas oder Mehrscheiben-Isolierglas mit zwischen den Einzelscheiben über die ganze Fläche angeordneten Alarmdrahtschleifen oder Einscheiben-Sicherheitsglas mit in einer Scheibenecke eingebrannten Leiterschleife. Der Alarm wird durch die Unterbrechung des Stromkreises bzw. Änderung des elektrischen Widerstandes ausgelöst.
Auch als Borsilikatglas oder Borosilicatglas bezeichnet, nach ISO 3585 (Handelsnamen Jenaer Glas, Duran, Pyrex, Ilmabor, Simax, Solidex, Fiolax), sind sehr chemikalien- und temperaturbeständige Gläser, die vor allem für Glasgeräte im Labor, der chemischen Verfahrenstechnik und im Haushalt eingesetzt werden. Die gute chemische Beständigkeit gegenüber Wasser, vielen Chemikalien und pharmazeutischen Produkten (hydrolytische Klasse 1) erklärt sich durch den Bor-Gehalt der Gläser. Die Temperaturbeständigkeit und Unempfindlichkeit der Borsilikatglääser gegen plötzliche Temperaturschwankungen sind eine Folge des geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten (~3,3 x 10-6 K-1) von Borsilikat.
Eine Butzenscheibe, manchmal auch als Nabelscheibe, fälschlicherweise als Ochsenauge oder scherzhaft auch "Flaschenboden" bezeichnet, ist eine runde Glasscheibe von 7-15 cm Durchmesser mit einer Erhöhung, dem Butzen oder Nabel in der Mitte.
Drahtglas ist ein Gussglas mit einer Einlage aus Draht. Bei einem etwaigen Glasbruch bindet das Drahtgeflecht die Glasfläche, hält die Splitter zusammen und mindert damit die Verletzungsgefahr. Aufgrund des unterschiedliche Ausdehnungsverhalten von Draht und Glas ist es bei großen thermischen Schwankungen nicht geeignet. Ferner hat es eine niedrigere Biegefestigkeit gegenüber Flachglas. 1892 entwickelte Frank Shuman eine praktikable Methode zur Herstellung.
Flachglas ist zu Scheiben geformtes Glas, das z. B. als
Fensterglas, aber auch als Vorprodukt für Spiegel- und
Automobilglas Verwendung findet.
Heute ist der Großteil des Flachglases im Floatprozess erzeugtes
Floatglas. Geprägtes Glas (mit Relief), auch mit eingelegtem
Drahtgitter, wird als Walzglas hergestellt. Flachglas wird im
Bauwesen vielfältig eingesetzt.
Flachglas dient als Basis für zahlreiche Weiterverarbeitungen.
Einscheibensicherheitsglas ist thermisch (nach DIN 12150-1) oder chemisch vorgespanntes Glas. Bei thermisch vorgespanntem Glas wird das Glas auf etwa 630 Grad Celsius erhitzt und dann durch Abblasen mit kalter Luft rasch abgekühlt. Da Glas ein schlechter Wärmeleiter ist, wird beim Abkühlen zunächst die Oberfläche - und etwas verzögert auch der Kern - der Scheibe abgekühlt. Im Moment des vollständigen Erstarrens der Scheibe (so bei ca. 530 Grad Celsius) ist der Kern noch um ca. 100 K wärmer als die Oberflächen. Beim weiteren Abkühlen werden Spannungen nicht mehr abgebaut. Da sich der Kern aber um ca. 100 K stärker abkühlt, zieht er sich auch entsprechend stärker zusammen als die Oberfläche, womit im Kern Zugspannungen und in den Oberflächen Druckspannungen entstehen, die entstehende Risse und dergleichen verbergen, wodurch ESG deutlich widerstandsfähiger gegen Biegebelastungen und temperaturbedingte Spannungen wird als normales Glas. Einscheibensicherheitsglas kann nicht mehr bearbeitet werden. Wenn die Risse zu tief werden und in die Zugspannungszone eintreten, werden schlagartig die eingefrorenen Spannungen freigesetzt, und das Glas zerfällt in kleine Krümel. Besonders empfindlich sind naturgemäß die Kanten der Gläser. ESG-Gläser werden unter anderem für Autoseitenscheiben, Duschabtrennungen, Ganzglastüren, Fassadengläser und so genannte Alarmgläser genutzt.
Verbund-Sicherheitsglas nach DIN EN ISO 12543-2, besteht aus abwechselnden Schichten von Glas und Kunstofffolie (Polyvinylbutyral, PVB), bei Bruch sollen die Glassplitter oder -scherben an der Folie haften bleiben. Sicherheitsglas mit einer Dicke von etwa 25 mm wird als Panzerglas bezeichnet und beispielsweise für Schaufenster, Vitrinen und Autofenster verwendet. Wird die Schichtdicke entsprechend gesteigert, spricht man von schussfestem Glas. Verbundsicherheitsglas kann aus Kombinationen von verschiedenen Glastypen (Float, ESG, TVG) bestehen.
Verbundglas nach DIN EN ISO 12543-3, bestehend aus mindestens zwei Scheiben und organischen Zwischenmaterialien, vor allem Gießharz
Mehrscheiben-Isolierglas (MIG) nach DIN 1259-2, bestehend aus mindestens zwei Scheiben und einem Randverbund mit Scheibenzwischenraum (SZR), der gas- oder luftgefüllt sein kann.
Ein System, das die Anforderungen einer Feuerwiderstandsklasse nach DIN 4102 erfüllt. Brandschutzverglasungen können Einfach- oder Isolierverglasungen sein.
Ein besonderes Glas, meist Isolierglas, dass durch absorbierende und reflektierende Beschichtung verbesserte Sonnenschutzeigenschaften aufweist.
Ein Isolierglas, das verbesserte Wärmeschutzeigenschaften aufweist.
Teilvorgespanntes Glas nach DIN EN 1863 ist ebenfalls thermisch vorgespanntes Glas. Die Vorspannung ist jedoch nicht so hoch wie bei Einscheibensicherheitsglas und deshalb ist das Bruchverhalten anders. Die Scheibe ist ebenfalls härter als normales Floatglas und bricht mit langen Rissen, die von der Störstelle bis zum Rand des Glases verlaufen.
Eine Glaserei ist ein Handwerksbetrieb, in dem der Beruf des Glasers ausgeübt wird. In der Regel hat eine Glaserei ein Lager, in dem die Glasscheiben verschiedener Größe und Stärke auf so genannten Glasböcken senkrecht oder leicht schräg gelagert werden. Außerdem gibt es meist einen Zuschneidetisch, auf dem die Glasscheiben zugeschnitten werden. Dabei bedient sich der Glaser eines Glasschneiders, der an seiner Spitze ein Rädchen aus gehärtetem Stahl besitzt und damit auf dem Glas eine Spur hinterlässt, wenn man mit dem Werkzeug über die Glasoberfläche druckausübenderweise - meist an einer Schiene - entlang fährt. Dabei entsteht eine Sollbruchstelle, die durch Druck an dieser Spur das Glas in zwei Teile zerbrechen lässt.
Milchglas ist die umgangssprachliche Bezeichnung für opakes Weißglas, eine Glasart, die lichtdurchlässig aber undurchsichtig ist. Dadurch wirkt das Glas weiß und trübe und wird daher auch Trübglas genannt.Die Oberfläche des Glases wird entweder durch Säureätzung oder durch Sandstrahlen aufgeraut. Es entsteht eine Oberfläche wie bei einer Mattscheibe. Durch die angeraute Oberfläche kann das Licht nicht mehr ungehindert durch das Glas hindurch, sodass für das Auge eine Trübung entsteht. Dieser Effekt ist vergleichbar mit dem einer stillen Wasseroberfläche, die bei reinem Wasser den Blick auf den Grund zulässt und bei aufgewühltem Wasser den Grund nicht erkennen lässt. Alternativ ist dieses auch durch die Beschichtung mittels einer speziellen Folie zu erzielen.
Durch Glas ist es u.a. möglich, das Tageslicht und die
Energie der Sonne zu nutzen. Das macht die Verwendung dieses
Materials im Bau so attraktiv. Helle, lichtdurchflutete Räume
erhöhen den Wohnkomfort und steigern die Arbeits- und
Lebensfreude. Auch Mauerwerk kann durch Glas ersetzt werden und
die Last eines gesamten Daches aufnehmen.
Fensterglas gibt es in einfacher, mittlerer und doppelter Dicke,
die zu verwendende Glasstärke wird mit Hilfe einer Tabelle vom
Fachmann ermittelt und richtet sich nicht zuletzt auch nach
Ihren individuellen Wünschen im Bezug auf Sonnen-, Wärme- und
Einbruschutz.
Eine Gefahrenmeldeanlage (GMA) nach DIN VDE 0833 ist eine Anlage die Gefahren, für Sachwerte und Leben, durch Einbruch, Überfall und Feuer zuverlässig erkennt und meldet. Diese Funktion setzt die Überwachung der Übertragungswege und die Erfassung von Störungen und Sabotage voraus.
Ein Alarmglas ist ein Glas, das bei Beschädigung oder Zerstörung eine Einbruchmeldeanlage auslöst. Zu diesem Zweck ist darin eine „Alarmspinne“ eingelassen, ein Drahtgeflecht (in Verbund-Sicherheitsglas (VSG)) oder eine Alarm-Sicherheitsfolie bei einem Glasdurchbruchmelder. Die Alarmspinne ist also ein auf ein Sicherheitsglas aufgebrachtes oder eingearbeitetes Netz aus elektrischen Leitern, die beim Bruch des Glases unterbrochen werden und so eine Einbruchmeldeanlage auslösen sollen. Es wird oft in Geschäften benutzt.
Verbund-Sicherheitsglas (VSG), auch Verbundsicherheitsglas geschrieben, ist eine spezielle Form eines Verbundglases, die gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht. Sie besteht aus mindestens zwei Scheiben, meist Flachglasscheiben, und einer Zwischenschicht, meist aus reißfester Polyvinylbutyral-Folie (PVB; Foliendicke ~0,75 mm). Selten werden transparente Kunststoffscheiben eingesetzt, ebenso selten kommen auch andere Zwischenschichten wie beispielsweise Gießharze zum Einsatz.
VSG gibt es je nach Anforderung in unterschiedlichen Kombinationen mit Floatglas, Einscheiben-Sicherheitsglas und Teilvorgespanntem Glas, die die Vorteile der unterschiedlichen Glasarten miteinander kombinieren. Variiert werden Scheibenzahl, Scheibendicke und Folienstärke. Spezialkombinationen sind beispielsweise durchwurfhemmendes, durchbruchhemmendes oder durchschusshemmendes Glas, das höchsten Sicherheitsanforderungen, wie beispielsweise in Justizvollzugsanstalten, genügt und umgangssprachlich als Panzerglas bekannt ist. Im Automobilbereich ist VSG aus Floatglas für Windschutzscheiben vorgeschrieben und VSG aus Teilvorgespanntem Glas wird teilweise für Seitenscheiben eingesetzt.
In der Architektur ist Verbund-Sicherheitsglas bei Überkopfverglasungen, Glasdächern, Brüstungsverglasung (absturzsichernde Verglasung) und begehbarem Glas vorgeschrieben. Hier erhält VSG seine hohe Sicherheit im Allgemeinen durch die reißfeste PVB-Schicht und deren Haftwirkung: Bei einer mechanischen Überlastung (z. B. Schlag oder Stoß) bricht das Glas zwar, aber die Bruchstücke haften an der PVB-Folie. Dadurch besteht eine Resttragfähigkeit, die Splitterbindung verringert gleichzeitig die Verletzungsgefahr.
Verbund-Sicherheitsglas kann je nach seinem Aufbau splitterbindend, durchwurfhemmend, durchbruchhemmend, durchschusshemmend oder sprengwirkungshemmend sein.
Die Herstellung von VSG erfolgt in mehreren Schritten. Die Scheiben und Folie(n) werden im Reinraum aufeinander gelegt. Anschließend werden sie unter Druck (durch Vakuumsack oder Walzen) und hoher Temperatur zum Vorverbund zusammen gefügt. Im Autoklaven werden Glas und Folie unter Hitze mit hohem Druck zu einer unlösbaren Einheit verschmolzen. Die eingearbeitete Folie ist im Regelfall durchsichtig. Mit mattweißen oder farbigen Folien lassen sich besondere Effekte erzielen. Ebenso können Funktionen wie Heizung und Sonnenschutz in die Folien integriert werden.
Zur Kontrolle der Qualität von Verbundsicherheitsglas dient u. a. der so genannte Pummeltest und der Kugelfallversuch.
Die zur Nachrüstung vorgesehene Alarm- Sicherheitsfolie ist
eine selbstklebende und mehrschichtige Sicherheitsfolie mit
eingelegten Alarmfäden. Sie wird nachträglich auf vorhandene
Glasflächen aufgetragen und besitzt die Funktion eines
vollflächigen Glasdurchbruchmelders der höchsten Gefahrenklasse
(VdS-Klasse C).
Die Alarmfäden verlaufen horizontal, wahlweise in den Abständen
4 cm, 10 cm oder 20 cm. Außerdem besitzt die Alarm-
Sicherheitsfolie eine durchwurfhemmende Eigenschaft nach DIN
52290 (A1) sowie EN 356 (P2A) zum Schutze vor Blitzeinbruch und
Vandalismus.
Eine Mattierung oder Metallisierung zum Zwecke des Sicht- und
Sonnenschutzes ist möglich. Der Anschluss an die
Zentrale einer Einbruchmeldeanlage erfolgt durch den
Alarmerrichter.